Tag Archives: Widerstand

Bürgerrechte!!!

Gerade habe ich auf Spiegel einen Artikel über eine kleine Demonstration im Herzen Pekings gelesen.  Die Demonstration ist der Gipfel in einem seit Monaten andauernden Protest gegen die Räumung eines  Künstlerquartiers im Osten der Stadt. Trotz langfristiger Mietverträge, privater Investitionen und Engagement wurden die dort ansässigen Künstler vor die Tür gesetzt, allerdings nicht ohne deren Widerstand,  letztendlich wurden Schläger angeheuert um den Wünschen des Investors oder wem auch immer das Land jetzt gehört zum Erfolg zu helfen.

Bürgerrechte

Das Interessante an der Sache ist aber, dass ich bereits vor einigen Wochen, in der Global Times einen  Artikel darüber gelesen habe. Wäre ja weiter nichts besonderes, wenn nicht die Global Times eine Zeitung wäre die unter der Federführung der kommunistischen Partei erscheinen würde  und es ist nicht das erste mal das ich mich über deren offene, teilweise kritische Berichterstattung wundere. Man könnte meinen das es der Versuch ist nach Außen offen und fair zu wirken, den der normale Chinese wird die Englische Version der GT nur sehr selten lesen und was in der Chinesischen Version steht ist wohl etwas ganz anderes.

Hier Artikel der GT zum Thema.

Evicted artists stand against ‘coldest winter’

Artists confronted by thugs over demolition

Twenty artists demonstrate in downtown Beijing

Ich wünsche den Demonstranten in Ihrem Anliegen nach mehr Bürgerrechten viel Erfolg!

Die Botschaft des Kapitals

ich hab mich schon öfter gefragt, warum macht man eigentlich keine Werbung auf Geldscheinen, wäre doch eigentlich nur konsequent.

Nun ist mir letztens eine Werbebotschaft einer hier mehr oder weniger bekannten dafür aber  umso verboteneneren Sekten ähnlichen, religiösen Organisation ins Portmonnaie gefallen. Da steht zusätzlich zu dem was eh schon drauf steht “Hast du das Buch Die Neun Kommentare zur KP gelesen? Wenn ja, wirst du feststellen wie boese die Partei ist. Gott wird die KP bestrafen und vernichten. Bitte trete aus der KP aus.” Ja, das ist doch mal eine klar formulierte, sachlich auf den Punkt gebrachte Botschaft.

Wenn man nach dem o.g. Buch googlet stoesst man auf viele gesperrte Webseiten, aber man findet neben Seiten mit sachlicher Information auch recht suspekt erscheinende Seiten. Ein Spiel von Propaganda gegen Gegenpropaganda und Gegenpropaganda gegen Zensur, letztendlich weiß man da gar nicht wem und was man glauben soll.

Gut das Geld die Eigenschaft der allgemeinen Äquivalent besitzt und gerne den Besitzer wechselt, schade das ich nicht die Kritische Masse im Portmonnaie habe die Geld verklumpen lässt, jedenfalls ist man solch Botschaft auch schnell wieder los.

Gott wird es schon richten…

Geldprotest

Fuzhou – san fang qi xiang

oder auf Deutsch drei Strassen und sieben Gassen nennt sich ein etwa 40 Hektar großes historisches Wohngebiet im Zentrum Fuzhous. Das Viertel und die Anordnung der Strassen und Gassen soll seinen Ursprung vor etwa 1000 Jahren in der Tang und Song Dynastie haben, architektonisch ist es eher von der Ming und Qing Dynastie geprägt. Die Häuser wurden hauptsächlich von wohlhabenden Beamten, Gelehrten und Geschäftsleuten gebaut und bewohnt. Heute sind viele der Gebäude baufällig und renovierungsbedürftig und wie es in China halt so ist, da wird nicht lange gefackelt, nein es wird abgefackelt, besser gesagt abgerissen. So verschwindet Jahrhunderte alte Bausubstanz und wird einfach durch Neubauten im alten Still ersetzt, man gibt sich zwar sichtlich Mühe, aber frei nach Bert Brecht: “Das Gegenteil von gut, ist gut gemeint.”. Es wird so ganz nach dem Motto was Peking mit seiner Qianmen Strasse kann, können wir auch gehandelt.
In Qianmen hat übrigens vor kurzem Beijings erster und Chinas zweiter H&M eröffnet, ansonsten steht die Mehrzahl der Läden immer noch leer, aber trotzdem Massenweise Leute unterwegs da, um zusehen das es nichts zu sehen gibt.
Was mich immer mit Freude erfüllt, ist das es immer einige wenige gibt die sich mit dem gedankenlosen Abriss nicht einverstanden geben, sich organisieren und dagegen protestieren. Übersetzt steht so in etwa “Wir dürfen das Leben von Menschen nicht dem Gewinnstreben und der Entwicklung von Unternehmen opfern” an der Hauswand.Widerstand

Get macromedia Flash Player

Citigroup und Bank of America melden gigantische Verluste

beim lesen der obigen Schlagzeile auf Spiegel.de, musste ich an mein HongKong Aufenthalt denken. In HongKong haben die großen Arschlochbanken der Welt ja auch alle ihre Temple stehen. Und wie überall auf der Welt haben sie auch in HongKong Leute über die Ohren gehauen. Es ist mir unverständlich, dass die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, stattdessen verteilen einige davon weiterhin froehlich Ihre Boni…

Eigentum ist Diebstahl!

Citibank Bloodsucker 2Citibank Bloodsucker 1

lang, lang

ist es her, aber mal hat man keine Zeit, andermal keine Lust und passieren tut hier ja auch nichts. Richtiger wäre allerdings zu behaupten, dass hier ständig viel zu viel passiert, wenn ich nur mal zurückblicke und versuche mir vorzustellen wie es hier ausgesehen hat als ich angekommen bin, der der CCTV Tower war damals ein halbfertiges Stahlskelett, jetzt ist er komplett und die Fassade wird wohl auch noch bis zu den Spielen fertig, das China World Trade Center 3 (mit 330m das höchste Gebäude in Peking) ist jetzt locker doppelt so hoch und Fassade ist auch schon sehr weit fortgeschritten und ständig wundert man sich über riesige Baugruben wo es vor ein paar Wochen noch ganze anders aussah. Aber vereinzelt sieht man auch Zeichen des Widerstands, so lässt sich nicht jeder den vom Staat und von Projektentwicklern vorgeschriebenen “Fortschritt” aufzwingen, zumindest temporär. Übersetzt steht in etwa “People inside! Pay attention! Sabotage the house, face the consequences.” auf der Hauswand.

Andernorts macht der oktroyierte Fortschritt aber wieder Sinn, so gibt es seit dem 1. Juli ein neues Gesetz, demnach Plastiktüten aus extrem dünnen Kunststoffen (wie in Deutschland die ollen Beutel in den Gemüse und Obstabteilungen) komplett verboten sind und für höherwertige Beutel muss gezahlt werden. Das schöne daran ist, dass es tatsächlich funktioniert, entweder man trägt seinen Einkauf so nach hause oder man hat vorausschauend einen Beutel mitgebracht. Angeblich wurden vorher täglich etwa 3 Milliarden Plastikbeutel verwendet, was in Summe in einem Jahr etwa 1,6 Millionen Tonnen Müll entspricht…

Servus