Tag Archives: Architektur

Die Mauer muss weg!

Die Chinesen sind ein sehr pragmatisches Volk und oftmals verblüffend simpel bei Problemlösungen. In der Nähe des Himmelstempels, Tian Tan, soll noch eine Shopping Mall gebaut werden. Um das Areal wurde bereits eine Mauer gezogen, bestehende Bebauung teilweise abgerissen.  Aber für so manchen noch existierenden Ladenbesitzer ist so eine Mauer direkt vor der Tür doch irgendwie ein Ärgernis, also muss die Mauer wieder weg, so einfach ist das.

Die Mauer muss weg!

Städtebau in China

So geht Städtebau in China.

Es wird irgendwo ein Stück Land  mit etwa 40 m breiten Strassen in etwa ein Quadratkilometer große Rechtecke unterteilt. Hier bei ist zu beachten, die breiten Strassen müssen auf weniger breite einmünden,  damit Stau und Verkehrschaos gewährleistet. ist Anschließend werden die großen Rechtecke in etwas kleiner Rechtecke unterteilt, um sie dann flächendeckend mit Häusern die nach Nord-Süd ausgerichtet sind bebauen zu können. Um alles etwas aufzulockern, schwingt man noch schnell eine Erschließung durch und oder macht ein bisschen “Natur” Ausgleichsfläche in die Mitte.

Fertig!

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Yabaolu

Passend zu der Frage “Wieviel grosse Shopping-Malls braucht die Stadt?” die Falk  auf seinem Hochparterre Blog stellt, habe ich letztens ein paar Bilder zum Thema geschossen. Anbei sei angemerkt, dass das Falks Blog höchst lesenswert ist und es sich um eins meiner Lieblingslektüren handelt.
In Peking gibt es eine stark von Russen geprägte Nachbarschaft in der Nahe des Ritan Parks, entlang der Yabaolu, die auch gerne klein Moskau oder Russiatown genant wird. Die Beschilderung der Läden ist fast ausschließlich auf Kyrillisch und wenn man einen betritt wird man grundsätzlich auf russisch angesprochen, auch von Chinesen. Es ist ein sehr lebendiges Viertel mit viel Einzelhandel, Restaurants und Treiben auf der Strasse und die Besonderheit des Viertels sind wohl die Vielzahl von “Märkten” und “Shopping Malls”, die hauptsächlich auf Bekleidung und Pelze spezialisiert sind. Auch hier wurde viel Geld ausgegeben um einen neuen Shopping Tempel zu errichten, hingehen mag allerdings kaum einer, ist ja auch fast leer da drinnen und man weiß nicht ob die Läden noch eröffnet werden oder ob sie schon wieder dicht sind. Womit jedenfalls beeindruckt werden kann ist Leere.
Die ersten beiden Bilder sind übrigens die dortige Agentur für Arbeit wie es scheint. Vielleicht werde ich die Tage mal vorbei gehen und ein paar mehr Bilder machen, Lei würde sich freuen weil Sie dann noch Füllmaterial für den Kleiderschrank erwerben kann.

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Fuzhou – san fang qi xiang

oder auf Deutsch drei Strassen und sieben Gassen nennt sich ein etwa 40 Hektar großes historisches Wohngebiet im Zentrum Fuzhous. Das Viertel und die Anordnung der Strassen und Gassen soll seinen Ursprung vor etwa 1000 Jahren in der Tang und Song Dynastie haben, architektonisch ist es eher von der Ming und Qing Dynastie geprägt. Die Häuser wurden hauptsächlich von wohlhabenden Beamten, Gelehrten und Geschäftsleuten gebaut und bewohnt. Heute sind viele der Gebäude baufällig und renovierungsbedürftig und wie es in China halt so ist, da wird nicht lange gefackelt, nein es wird abgefackelt, besser gesagt abgerissen. So verschwindet Jahrhunderte alte Bausubstanz und wird einfach durch Neubauten im alten Still ersetzt, man gibt sich zwar sichtlich Mühe, aber frei nach Bert Brecht: “Das Gegenteil von gut, ist gut gemeint.”. Es wird so ganz nach dem Motto was Peking mit seiner Qianmen Strasse kann, können wir auch gehandelt.
In Qianmen hat übrigens vor kurzem Beijings erster und Chinas zweiter H&M eröffnet, ansonsten steht die Mehrzahl der Läden immer noch leer, aber trotzdem Massenweise Leute unterwegs da, um zusehen das es nichts zu sehen gibt.
Was mich immer mit Freude erfüllt, ist das es immer einige wenige gibt die sich mit dem gedankenlosen Abriss nicht einverstanden geben, sich organisieren und dagegen protestieren. Übersetzt steht so in etwa “Wir dürfen das Leben von Menschen nicht dem Gewinnstreben und der Entwicklung von Unternehmen opfern” an der Hauswand.Widerstand

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Xiangshan Hotel – Fragrant Hill

Arbeiten für die chinesische Firma ist nun vorbei, kein Tiger mehr, keine faulen Zähne, keine “Laowai” Business Trips Vergnügungsreisen mehr…

doch die letzten zwei “Arbeitstage” sollten sich noch einmal recht angenehm gestalten. Mit der ganzen Belegschaft ging es über das Wochenende in die duftenden Hügel im Nordwesten von Peking. Da steht das “Fragrant Hill Hotel”, von I.M. Pei entworfen und im Jahr 1982 fertiggestellt, welches für eine Nacht unsere Herberge sein sollte. Das Hotel ist ein bisschen wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Es wirkt sehr Bauhausreske gekreuzt mit traditioneller chinesischer Architektur und Stilelementen. Die Zimmerausstattung ist noch original aus den 80er… Sehr schön ist die Umgebung in der das Hotel ein gebettet ist, jedenfalls solange man sich im Hotel befindet und nicht in der Umgebung, denn wen man von den duftenden Hügeln hinabschaut, wirkt das ganze etwas klotzig und passt sich gar nicht so toll in die Umgebung ein wie auf der Hotel Webseite behauptet wird, aber inzwischen sind die Hügel eh stark von der wuchernden Stadt angefressen.

Wie auch immer, eigentlicher Zweck des Aufenthalts war das gemeinsame Essen und elend langes Palaver vom Tiger, ansonsten wurde noch ein bisschen das Hotel bewundert und ein gewandert. Ein netter Abschied.

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