Tine ist schul(z)d

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798 – Art District

August 27, 2007

Als 798 Art District wird ein altes Fabrikgelände im Nordosten von Peking (Dashanzi District) bezeichnet auf dem sich zahlreiche Galerien, Design Companies, Kreative sowie einige Cafés, Bars und Restaurants angesiedelt haben. Für mich ein Stück Peking der anderen Art, dass sich sonst hier nicht so schnell finden lässt, jedenfalls nicht wenn man sich hier nicht auskennt sowie ich. Der Eindruck der Einzigartigkeit entsteht vor allem durch die „alte“ erhaltengebliebene Bausubstanz, die von einem funktionellen Stil mit Einflüssen des Bauhaus geprägt ist. Da sich das Interesse an moderner chinesischer Kunst in der Bevölkerung anscheinend noch in Grenzen hält, war es bei meinem Besuch für die hiesigen Verhältnisse quasi menschenleer und still (kommt hier ja nicht so oft vor).

Weitere Infos gibt es hier und hier oder mir mailen. Am 22. September findet dort der so genannte Artwalk statt, zu dem ich mich, selbstlos wie ich nun mal bin, als freiwilliger Helfer gemeldet habe. (bisher haben die sich nicht gemeldet, auch nicht schlimm ;-) )

 

Servus, Bussi & Baba

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798, Artwalk, Dashanzi
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Hans A.

August 26, 2007

Am Freitag Abend geh ich mit Kollegen essen und plötzlich stellt die Bedienung ein Hansa Pils Krug auf den Tisch. Ist jetzt nicht besonders aufregend, aber da werden dann schon Jugenderinnerungen wach und das wo man tausende Kilometer vom nächsten Aldi entfernt ist…. schon komisch diese Globalisierung.

Überhaupt komisch was man hier manchmal zu Gesicht kommt, wie z.B. der Hardcoretyp mit seinem „Ihr Platz“ Leinenbeutel der mir bei dem Versuch mich für chinesische Jugendkultur zu interessieren im Mao Livehouse über denn Weg lief. Der Laden selber war schon recht heimelig, schön gelegen in einem alten Hutong Viertel und mit dem Charme eines alternativen Kulturzentrums. Die chinesische „Rockband“, meiner Meinung nach noch auf der Suche nach ihrem Stil, war nicht so dolle. Ganz schlimm war auch der Bassist, welcher eine frappierende Ähnlichkeit mit Bill Kaulitz hatte und sich zu allem Überfluss auch noch so benommen hat. Aber irgendwas muss man ja machen.

Und dann gibt es noch diese ganzen vielen schönen Schilder und Sinn freien T-Shirts hier, deren Bedeutung einem nicht immer erschließt. Da gibt es dann das „Cash recycling system“ oder RUN DMC die mixen wie die Großmutter. Mehr gibt es hier und hier.

 

Servus, Bussi & Baba

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Bronze an Deutschland!

August 15, 2007

Will ich doch mal wieder was von mir hören lassen.

Im Moment ist gerade wieder der pre-olympischer „Wet T-Shirt Contest“ in der U-Bahn angesagt. Es ist brüllend heiß, aber blauer Himmel…  Zu meiner Schande muss ich ja gestehen, dass ich maximal die Bronzemedalie gewinnen würde ;-) Es gibt da einige Einheimische, die stecken mich locker in die Tasche, da hilft auch nicht mehr das obligatorische Handtuch um den Hals, die Jungs sollten sich lieber gleich darin einwickeln. Olympia 2008 geht mir inzwischen auch schon gehörig auf die Nerven. Auf der Strasse hält sich das Olympische Fieber war noch in Grenzen, aber auf den gleichgeschalteten chinesischen Medien und in der Werbung dafür um so mehr. Jetzt fragt sich die ein oder andere sicherlich „guckt der Junge den da TV?“ Ja, tut er manchmal, es gibt ja schließlich CCTV 9, ein englischsprachigen Sender mit noch schlimmeren Wetterfröschen als Jörg Kachelmann. Außerdem gibt es noch CCTV 5, auch bekannt als Eurosport für Chinesen. Verstehe zwar kein Wort, aber immerhin kann ich Samstagabend Bundesliga live gucken und überhaupt werden alle sportlichen Highlights live übertragen (als ob ich mich dafür interessieren würde). Kann ja am Wochenende doch schon mal ein bisschen langweilig werden, da guck ich dann halt mal eine schöne Runde Pingpong.

So schlimm ist es aber auch nicht und außerdem bin ich gerade mal vier Wochen hier und einfach mal in die U-Bahn steigen und irgendwo wieder aus und dann ein bisschen rumlaufen macht ja auch Spaß. Sightseeing kann ich ja schließlich noch machen, wenn der viel versprochene Besuch tatsächlich vor der Tür steht. Samstag hab ich jedenfalls versucht ein bisschen Spaß zu haben und hab mir aus der Vielzahl der angebotenen Parties ein Elektroevent ausgesucht. Also rein ins Taxi, dem Fahrer den selbst gekritzelten Zettel unter die Nase gehalten und schon geht der Super Mario Ride los, links, links, rechts überholt du 20 Punkte für ne Stoßstange… und oh Wunder ja genau da will ich hin, aber leider konnte ich die Party nicht finden. Gott sei Dank ist ja hier irgendwie alles Superlativ und es gibt nicht nur ein Schuppen wo man hin gehen könnte sondern hier gibt es viele riesige Schuppen mit vielen großen Schuppen drin, hab mich dann einfach mal für den entschieden der am buntesten geleuchtet hat und das ist nicht gerade leicht da alle wild und bunt blinken. Nach vier Bier, einem Hörschaden und um ein gar nicht mal so schlechtes T-Shirt reicher (gab es zu den 50元 Eintritt dabei) bin ich dann auch wieder rechtzeitig Heim gefahren. Sollen sich doch die anderen bei kranken Breakbeats amüsieren, wobei ich ja glaube Chinesen können sich zu allem amüsieren, muss nur etwas westlich aufgemacht sein und ordentlich Alkohol dazu, dann klappt das schon…

 

Sevus, Bussi & Baba

 

Ach ja am Sonntag hab ich mir mal das Vogelnest von Herzog & de Meuron angeschaut. Schon ganz schön das Teil…

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On a clear day, i can see my neighbor

August 9, 2007

Heute war mal ein wirklich schöner Tag hier in Peking. Es war zwar extrem heiß und ist es immer noch, aber das erste Mal (außer den zwei Tagen direkt an meiner Ankunft) konnte man die Sonne mal wieder sehen und mehr oder weniger durchatmen. Außerdem wirkt hier dann alles auf einmal gleich viel freundlicher. An den Tagen, wenn die Wetterlage wie unten auf dem Bild ist, ist das schon echt hart hier. Da freut man sich über jede Minute, die in geschlossenen Räumen verbracht wird. Angeblich handelt es sich ja nur um Nebel, aber der Nebel richt schon etwas komisch und hat auch so eine ganz fiese ekelhafte Farbe und atmen macht draußen dann wirklich keinen Spaß.

Da stellt sich die Frage, wie die hier im nächsten Jahr 260 Blue Sky Days haben wollen. Offiziell gab es 2006 ja immerhin 241 davon ;-)

Servus, Bussi & Baba

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Herzlich Willkommen. Prost!

August 7, 2007

Nicht das es Nichts zu erzählen gibt, aber da ich in meinem Appartement nur eingeschränkte Konnektivität habe und ich keine Lust habe ständig auf irgendwelchen Bänken in der Nachbarschaft zu sitzen um fremde offene Netz anzuzapfen dauert es halt ein bisschen. Hoffe, ich bekomme das mit dem Internet in naher Zukunft hin.

Obwohl ich ja nun schon mehrmals mit Applaus herzlichen willkommen geheißen wurde, schien es doch noch ein Anliegen zu sein, meine Ankunft gebührlich zu feiern. Eigentlich bin ich der Meinung gewesen, dass wir einen gemeinsamen Karaokeabend veranstalten. Chinesen aber wechseln noch schneller ihre Meinung und entscheiden sich für etwas anderes, als es Mütter tun könnten. Also kein Karaoke, auch nicht schlimm und jedenfalls besser für meine Kollegen.

Stattdessen gab es ein gemeinsames all-you-can-eat Hot Pot essen. Der Hot Pot ist ein auf dem Tisch stehender beheizter in der Mitte getrennter mit zwei unterschiedlichen Suppen (Geschmacksrichtungen: scharf und geschmacklos) befüllter Topf, der dann fröhlich mit den verschiedensten Leckerein befüllt wird. Das schöne ist es kommt wirklich alles rein, von den noch eben Wasser durch die Gegend spuckenden Muscheln, den blöd dreinschauenden Fischköpfen (was machen die eigentlich mit dem Rest?) oder das recht ansprechend aussehende Schweinehirn und natürlich jede Menge für mich undefinierbares Zeug. Auf Nachfrage was denn da gerade auf meinem Teller liegt gibt es dann Auskünfte wie „It swims in the sea“. Okay! Man kann ja alles einmal probieren du gekocht kann es ja nicht so schlimm sein. Toll an der ganzen Sache ist natürlich das, da ja keiner ein Überblick hat wie lange was schon vor sich hin köchelt, der ganze kram wieder halbroh auf dem Teller liegt. Da all-you-can-eat gleich zu setzen ist mit all-you-can-drink kann man glücklicherweise alles mit ausreichend Bier hinunter spülen. Mit ausreichend ist hier eher viel in kurzer Zeit gemeint. Es wird hier nicht gemütlich an einer Flasche Bier genuckelt, nein es wird sich ständig zu geprostet um dann ein ordentlichen Schluck in sich hinein zuschütten. Um den schon hohen Wert (Alkohl/Zeit) noch zu steigern, wird das ganze dann im stehen wiederholt, was dann aber zur Folge hat, dass nicht ein ordentlicher Schluck aus der Flasche genommen wird sondern diese komplett geleert wird. Dumm, es gibt nur 600ml Flaschen.

Wie fast alles hat diese nicht ganz so gemütliche Art des sich zu Betrinkens natürlich auch ihr Gutes, der ganze Haufen (inkl. Ich) ist maximal 1,5 Std. komplett betrunken gewesen und liegt noch vor 2200 Uhr im Bett und kann am nächsten morgen wieder schön zur Arbeit gehen, fast ohne Kater.

Servus, Bussi & Baba

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