Category Archives: Travel

30 Minuten nach Tianjin

Vor ein paar Tagen bin ich mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Beijing nach Tianjin gebrettert.  Der Zug startete von dem, im August 2009 eröffneten, neuen Südbahnhof. Ein Riesenteil und super effizient konzipiert, ähnelt mehr einem Flughafenterminal, als einem Bahnhof wie wir ihn uns als Europäer vorstellen. Sehr beeindruckend.

Bahnfahren in China ist sowieso extrem effizient, allerdings nicht flexibel wie bei uns, da es nur Platzkarten gibt die maximal zwei Wochen vorher gekauft werden können. Dafür hat man garantiert einen Sitzplatz und die Züge sind pünktlich und nicht ueberfuellt, da nicht auf Anschlusszüge gewartet werden muss und jeder fahren kann wann er will.

Also raus aus dem Taxi, rein in den Bahnhof, Ticket kaufen, 10 Min. warten, Check-in und runter zum Gleis in den wartenden CRH3. Fast auf die Sekunde pünktlich geht es los, ist man aus Peking raus wird so richtig aufgedreht und man nähert sich Tianjin mit 327 Km/h, 30 Minuten später kommt man an und hat 114 Km hinter sich. Ich bin immer noch begeistert, außerdem gibt es zu dem Ticket (Eur 6) eine Flasche Tibet Wasser dabei…

Hat man keine Erwartungen oder Ahnung, ist man ja gerne mal positiv überrascht, so wie ich über Tianjin. Wie ich inzwischen weiß hat Tianjin eine lange und spannende Geschichte als Handelszentrum. Eine Vielzahl an Kolonialmächten hatte in Tianjin eine Konzession. Aus dieser Zeit sind einige Viertel stehen geblieben und stehen heute teilweise unter Denkmalschutz. Es scheint mir so als ob man sich in Tianjin seinem historischen Erbe und Verpflichtung bewusster ist als in Peking…

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Chengdu – Wuhou Tempel und JinLi

nachdem ich den gesamten März im Arbeitslager Fuzhou zugebracht habe, sollte es im April kaum besser werden. Dreimal ging es mit dem 9:00 Uhr Flug CA4112 nach Chengdu um dort in Kooperation mit einem Chinesischen Institut gegeneinander zu arbeiten. Chengdu ist Pandaland, aber zu sehen gab es weder Bären noch kaum etwas anderes. Einen Samstagabend haben wir uns aufgemacht um die Kneipenszene in Chengdu zu erkunden, mit zweifelhaftem Erfolg. Erste Station war eine einem irisch Pub ähnelnde Kneipe mit dem Klientel des Typs “Englischlehrer um die 50 – letze Ausfahrt China” und einer Horde lärmender Amerikaner, sowie der wohl schlechtesten Kapelle seit … (bitte selbst ausfüllen), der zweite Laden war um Welten besser, da stimmte die Musik, die Mischung der Leute war okay und das Bier hat auch geschmeckt. Sonntags haben wir uns halb frei genommen um Nachmittags wenigstens etwas von Chengdu zu sehen.
Es ging zu, wo könnte es sonst hingehen, einer Tempelanlage, nämlich dem Wuhou Tempel mitten in der Stadt gelegen. Eine sehr schöne und große Anlage mit viel viel Grün und wenig Lärm. Die Anlage grenzt an die JinLi Strasse an, die Rekonstruktion einer für Chengdu typischen Geschäftsstraße, haben sie sehr nett gemacht die Chinesen, aber wie immer bleibt auch dort das Disneyland feeling nicht aus. Fuer mehr Infos hab ich das mal verlinkt, ist allerdings auf Englisch.

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Fuzhou – san fang qi xiang

oder auf Deutsch drei Strassen und sieben Gassen nennt sich ein etwa 40 Hektar großes historisches Wohngebiet im Zentrum Fuzhous. Das Viertel und die Anordnung der Strassen und Gassen soll seinen Ursprung vor etwa 1000 Jahren in der Tang und Song Dynastie haben, architektonisch ist es eher von der Ming und Qing Dynastie geprägt. Die Häuser wurden hauptsächlich von wohlhabenden Beamten, Gelehrten und Geschäftsleuten gebaut und bewohnt. Heute sind viele der Gebäude baufällig und renovierungsbedürftig und wie es in China halt so ist, da wird nicht lange gefackelt, nein es wird abgefackelt, besser gesagt abgerissen. So verschwindet Jahrhunderte alte Bausubstanz und wird einfach durch Neubauten im alten Still ersetzt, man gibt sich zwar sichtlich Mühe, aber frei nach Bert Brecht: “Das Gegenteil von gut, ist gut gemeint.”. Es wird so ganz nach dem Motto was Peking mit seiner Qianmen Strasse kann, können wir auch gehandelt.
In Qianmen hat übrigens vor kurzem Beijings erster und Chinas zweiter H&M eröffnet, ansonsten steht die Mehrzahl der Läden immer noch leer, aber trotzdem Massenweise Leute unterwegs da, um zusehen das es nichts zu sehen gibt.
Was mich immer mit Freude erfüllt, ist das es immer einige wenige gibt die sich mit dem gedankenlosen Abriss nicht einverstanden geben, sich organisieren und dagegen protestieren. Übersetzt steht so in etwa “Wir dürfen das Leben von Menschen nicht dem Gewinnstreben und der Entwicklung von Unternehmen opfern” an der Hauswand.Widerstand

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Volksrestaurant – DeutsChmann

Gerade bin ich mal wieder in Chengdu, das 3. mal in diesem Monat. Auf der Suche nach einem Restaurant bin ich auf das Volksrestaurant gestoßen. Der Inventor hat sich sichtlich viel Mühe gegeben, nicht nur ist die Namenswahl sehr cool sondern auch das DC – DeutsChmann Logo, in dem die Farben rot und gelb natürlich den Ton angeben. Durch die Scheibe betrachtet schien das Interieur allerdings viel zu gewagt und modern. Über die Qualität des Essens kann ich leider keine Aussage treffen, der Wille war da mich der kulinarischen Vielfalt der deutschen Imbiss Küche hin zu geben, doch leider war schon geschlossen und es machte auch nicht den Eindruck als ob es jemals wieder öffnen würde. Vielleicht doch keine so gute Idee dem Chinesen, deutsche Imbiss Küche andrehen zu wollen, andererseits mit amerikanischen Abfallessen funktioniert es ja auch.

BRAN-NEW-SERVICE Huehnerbein mit Pommes und Cola 1,50!

Volksrestaurant

DeutsChmann

Huhn mit Pommes

Im Arbeitslager in Fuzhou

Die lange Blogpause hat ihren Hintergrund auch in dem vier wöchigen Aufenthalt in der Stadt Fuzhou.  Wo wir in einem recht guten “5  Sterne” Hotel kaserniert waren um vor Ort an einem Projekt zu arbeiten. Am Sonntag gab es dann auch mal einen freien Tag und so konnte ich die Stadt wenigstens noch ein bisschen erkunden, der Weg vom Hotel zum Büro wurde auf Dauer doch etwas langweilig. Fuzhou liegt in der Provinz Fujian und ist nur eine kurze Seefahrt von Taiwan entfernt. Das maritime Klima und 36 Prozent begrünte Fläche, machen die Stadt sehr angenehm. Das Leben ist sehr viel urbaner als in Peking, die Strassen nicht so breit, die Massstaeblichkeit humaner, überall kleine Shops und Restaurants zur Strasse hin. Es spielt sich viel Leben auf der Strasse ab. Hier ein paar (300+) Bilder. Natürlich könnt ihr die Bilder auch bei Flickr direkt angucken

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